Was ist Krebs?
Inhaltsverzeichnis
Krebs ist eine Krankheit der Gene
Krebs bezeichnet in der Medizin eine Gruppe von Krankheiten, die auf fehlerhaften Zellen beruhen. Diese Fehler führen dazu, dass sich die betroffenen Zellen anders verhalten als gesunde Körperzellen. Die Krankheit Krebs kann unterschiedliche Formen annehmen und verschiedene Körperteile betreffen.
Krebs entsteht aus einem gutartigen Tumor
Ein Tumor entsteht, wenn bei der Zellteilung Fehler passieren. Das körpereigene Immunsystem ist normalerweise in der Lage solche Zellen aufzuspüren und zu neutralisieren. Trotzdem kann es zu einem unkontrollierten Wachstum von wuchernden Zellen kommen.
Gutartige Tumoren wachsen meist langsam, bleiben örtlich begrenzt und bilden keine Metastasen. Bösartige Tumore (lat. maligne) heißen Krebs (engl. cancer). Sie können schneller wachsen und in umliegendes, gesundes Gewebe eindringen, wo sie es verdrängen und zerstören.
Im ungünstigen Fall gelangen Krebszellen in die Blutgefäße und Lymphbahnen. Von dort können sie sich im gesamten Körper ausbreiten. Metastasen sind Krebszellen, die sich an anderen Stellen im Körper ansiedeln und in anderen Organen des Körpers als Tochtergeschwülste heranwachsen.
Eigenschaften, die Tumorzellen so gefährlich machen
Krebs- bzw. Tumorzellen entwickeln Eigenschaften, die sie von gesunden Zellen unterscheiden. Sie erklären, warum Krebs so vielfältig und teilweise schwer zu bekämpfen ist:
- Normale Zellen brauchen Signale von außen, um sich zu teilen. Tumorzellen täuschen sich selbst Signale vor, um endlos zu wachsen. Sie ignorieren „Stopp“-Signale und teilen sich ungehindert weiter
- Tumorzellen sind in der Lage sich dem programmierten Zelltod zu widersetzen und der Immunabwehr zu entkommen
- Tumore verändern das umliegende Gewebe, um für sich selbst optimale Wachstumsbedingungen zu haben. Sie stimulieren benachbarte Körperzellen, neue Blutgefäße zu bilden, um sich mit Nährstoffen zu versorgen
Krebsarten und die häufigsten Krebserkrankungen
Über 500.000 Menschen erkranken jährlich an Krebs. Experten sprechen davon, dass es über 200 Krebsarten gibt. Die folgenden vier machen über 50 Prozent aller Krebserkrankungen aus:
Krebs mit der höchsten Sterblichkeit
Einige Arten verursachen weltweit viele Todesfälle, weil sie oft spät erkannt werden oder schwer zu behandeln sind. Dazu zählen Lungenkrebs, Darmkrebs und bestimmte Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebserkrankungen. Die Sterblichkeit hängt von Stadien, Behandlungsmöglichkeiten und Begleiterkrankungen ab.
Krebs mit meist guter Prognose
Einige Tumorerkrankungen haben bei frühzeitiger Erkennung gute Heilungschancen. Beispiele sind viele Formen von Hautkrebs (wenn frühzeitig entfernt), einige Brustkrebs- und Prostatakrebs-Formen sowie bestimmte Schilddrüsenkrebse. Prognosen sind individuell unterschiedlich.
Anzeichen und Warnsignale
Folgende Warnsignale können Hinweise auf ein Krebsgeschwulst sein. Aber das müssen sie nicht. Viele Symptome können auch andere Ursachen haben. Wenn diese Symptome vorliegen, dann ist eine ärztliche Untersuchung wichtig. Nur Fachleute können die Ursache sicher bestimmen und sagen, ob Sie von Krebs betroffen sind.
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
- Länger anhaltende Schmerzen oder neue, ungewöhnliche Schmerzen
- Neue Knoten oder Schwellungen, zum Beispiel in der Brust oder im Hals
- Hautveränderungen oder schlecht heilende Wunden
- Veränderungen beim Stuhl oder Urin
- Anhaltender Husten oder Atembeschwerden
Ursachen und Risikofaktoren für eine Krebsentstehung
Bei der Entstehung von Krebs wirken viele verschiedene Faktoren zusammen. Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken. Dazu gehören:
- Rauchen und Tabakkonsum
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Ungesunde Ernährung und Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Bestimmte Infektionen (z. B. HPV, Hepatitis)
- Umweltbedingte Schadstoffbelastungen (z. B. Asbest, Feinstaub)
- Übermäßiges Sonnenbaden bzw. Belastung mit UV-Starhlen
- Vererbung und bestimmte genetische Erkrankungen
- Leider steigt das Krebsrisiko mit zunehmendem Alter
Ein Risikofaktor bedeutet nicht, dass jemand definitiv Krebs bekommt. Viele Menschen mit Risikofaktoren entwickeln keine Krebskrankheit, und manche ohne bekannte Risiken erkranken trotzdem.
Krebs vorbeugen: Was kann ich selbst tun?
Der beste Schutz vor Krebs besteht darin, einen gesunden Lebensstil zu führen, der das Krebsrisiko senkt. Dazu gehört auch eine ausgewogene Ernährung, die reich an wichtigen Vitalstoffen ist. So stärkst Du deine Abwehrkräfte und trägst aktiv zur Zellgesundheit bei. Zum 3-fach Schutz gehört auch die Krebsvorsorge, um Tumore frühzeitig zu entdecken.
- mit Rauchen aufhören: gilt nicht nur für Tabak, auch für E-Zigaretten und Passiv-Rauchen
- Alkohol meiden: bereits 1-2 Gläser Wein oder 1-2 Flaschen Bier pro Woche erhöhen geringfügig das Krebsrisiko
- sich gesund ernähren: mit viel Vollkornprodukten, Obst und Gemüse, wenig Zucker und Salz, rotes Fleisch und industriell verarbeitete Lebensmittel meiden
- körperlich aktiv sein: inkl. regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, min 150 Minuten über die Woche verteilt
- auf das Gewicht achten: ein gesundes Körpergewicht liegt nach dem BMI zwischen 18 und 25 kg/m2
- impfen und verhüten: sich gegen Hepatitis und Papillomviren impfen lassen und sich vor HIV schützen
- UV-Schutz: Der Körper bekommt auch mit Sonnenschutz genügend Licht, um Vitamin D zu bilden
- Schadstoffe meiden: chemische Stoffe und energiereiche Strahlung sowie KFZ-Abgase meiden
- speziell für Frauen: Stillen senkt das Krebsrisiko für Mutter und Kind. Pille abwägen und Hormonersatzleistungen meiden
- Krebs-Früherkennung: je früher Krebs erkannt wird, desto höher die Heilungschancen – deshalb staatliche Krebsvorsorge nutzen und bei Bedarf privat ergänzen
Hinweis: Krebs vorbeugende Maßnahmen schützen nicht davor Krebs zu kriegen. So wie Krebs früh zu erkennen keine Garantie auf vollständige Heilung ist. Trotz gesundem Lebensstil, einer vollwertigen Ernährung und Krebsfrüherkennung wird stets ein Restrisiko bleiben.
Lebensmittel, die das Krebsrisiko senken können
Ernährung allein garantiert keinen Schutz, aber bestimmte Essgewohnheiten sind mit einem geringeren Risiko verbunden.
- Viel Obst und Gemüse: vielfältig und möglichst unverarbeitet
- Vollkornprodukte statt Produkte aus Weißmehl
- Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen in Maßen
- Wenig verarbeitetes Fleisch und weniger rotes Fleisch
- Gesunde Fette aus pflanzlichen Ölen, Fisch und Nüssen
- Auf zuckerreiche und stark verarbeitete Lebensmittel verzichten
Krebs mit Nahrungsergänzung vorbeugen?
Studien geben Hinweise darauf, dass ein ausgewogener Vitamin D Status mit einem geringeren Risiko für einige Krebsarten wie Darm‑, Brust- und Prostatakrebs verbunden ist. Vitamin A, Vitamin C und Vitamin E sowie die Spurenelemente Eisen, Selen und Zink schützen Zellen vor oxidativen Stress und unterstützen die normale Funktion des Immunsystems. Ihre positive Wirkung beruht darauf, dass sie freie Radikale neutralisieren, Entzündungsprozesse modulieren und DNA-Reparaturmechanismen unterstützen.
Nahrungsergänzungsmittel enthalten in konzentrierter und dosierter Form wichtige Vitalstoffe wie Vitamine und Mineralien, aber auch sekundäre Pflanzenstoffe und vieles mehr. Diese Produkte können helfen, Nährstofflücken zu schließen, etwa während der Schwangerschaft oder bei ärztlich festgestelltem Mangel. Gesundheitsbehörden und Verbraucherzentralen raten jedoch davon ab, mit Nahrungsergänzungsmitteln Krebs vorbeugen oder behandeln zu wollen. Stattdessen empfehlen sie eine ausgewogene Ernährung und andere anerkannte Vorsorgemaßnahmen.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil oder medizinische Behandlungsmaßnahmen. Aber sie bieten eine sinnvolle Ergänzung, wenn eine vollwertige Ernährung kurzfristig nicht möglich ist oder ein höherer Bedarf besteht. Eine bedarfsorientierte und individuell abgestimmte Einnahme kann die allgemeine Gesundheit unterstützen, insbesondere bei Menschen, die neben moderner Medizin auch pflanzenbasierte, naturheilkundliche Ansätze schätzen.
Früherkennung und Vorsorgeuntersuchungen
Vorsorgeuntersuchungen zielen darauf ab, Krebs frühzeitig zu entdecken und Chancen auf Heilung zu verbessern. Die ärztliche Abklärung umfasst bildgebende Verfahren, Blutuntersuchungen, Gewebeentnahme und molekulare Tests, die Krebszellen und genetische Veränderungen nachweisen können.
Regelmäßige Vorsorge erhöht den Behandlungserfolg, weil Krebsvorstufen oder frühe Tumoren oft gut behandelbar sind. Welche Angebote sinnvoll sind, hängt vom Alter, Geschlecht und individuellen Risiken ab.
Staatliche Krebsvorsorge
Das gesetzliche Früherkennungsprogramm umfasst u.a.:
- Haut-Screenings
- Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs
- Abstriche und HPV-Tests, Gebärmutterhalskrebs früh zu erkennen
- Stuhltests und Koloskopie, um Darmkrebs zu entdecken
- Prostatakrebs: PSA-Tests und digitale rektale Untersuchung
- Ab April 2026 startet ein Lungen-Screening für langjährige Raucher
Grenzen der Vorsorgeuntersuchungen
Staatliche Krebsvorsorge ist wichtig. Sie umfasst Untersuchungen auf 6 von über 200 Krebsarten. Obwohl das Früherkennungsprogramm kostenlos ist, nutzen einer AOK-Studie zufolge nur 20 bis 55 Prozent das kostenlose Angebot. Neben der Angst vor einer Diagnose sollen lange Wartezeiten und umständliche Abläufe der Grund sein. Abgesehen davon kann das Programm erst ab einem bestimmten Alter genutzt werden und die Intervalle dazwischen sind lang.
Staatliche Krebsvorsorge sinnvoll ergänzen
Neben dem Krebs-Screening gibt es zusätzliche Möglichkeiten zur Krebsfrüherkennung. Das Angebot umfasst Selbsttest für zuhause, IGeL-Untersuchungen, moderne Bluttests wie PanTum Detect und Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren.
Selbsttests sind bequem, aber ihre Zuverlässigkeit variiert. Unzuverlässige Tests liefern trügerische Sicherheit oder lösen Fehlalarme aus, die zu unnötigen Sorgen führen. Neuartige Bluttests und bildgebende Diagnostik können eine sinnvolle Ergänzung sein, weil sie viele Tumorarten gleichzeitig erkennen. Im Gegensatz zu Bluttests können bildgebende Verfahren die Art, Größe und Position eines Tumors bestimmen. Aber auch sie haben Grenzen. Weil sie Gewebeveränderungen sichtbar machen, können viele Krebsarten wie bestimmte Leukämien mit Bildgebung nicht erkannt werden.
Trotzdem können Krebstest für Menschen eine sinnvolle Ergänzung sein, vor allem die
- familiär vorbelastet sind oder ein genetisches Risiko haben
- aufgrund der Lebensumstände ein erhöhtes Risiko haben
- nicht warten wollen, bis Symptome und Beschwerden auftreten
- aus Altersgründen noch nicht am Krebs-Screening teilnehmen können
- sich eine umfassendere Abdeckung wünschen
Eine Zusatzversicherung mit integriertem Bluttest kann für Menschen interessant sein, die zusätzlich:
- eine planbare, altersunabhängige und regelmäßige Krebsvorsorge wollen
- lange Wartezeiten für Test, Auswertung und Folgeuntersuchungen umgehen möchten
- eine privilegierte Behandlung** im Krankenfall bekommen wollen
Krebs-Scan Zusatzversicherung
Die Zusatzversicherung der HanseMerkur kombiniert die Vorteile der verfügbaren Verfahren. Ziel ist, Krebs in einem frühen Stadium zu erkennen und Krebsvorsorge für viele Menschen einfacher zu machen. Die Versicherung richtet sich an Menschen, die wegen Alter oder Risikoprofil nicht am Krebs-Screening teilnehmen können. Aber auch an Menschen, die umfassender vorsorgen wollen, als es das staatliche Früherkennungsprogramm vorsieht.
Die Zyagnum AG (Hersteller) gibt für den PanTum Detect Bluttests eine hohe Zuverlässigkeit an. Laut Herstellerangaben und mit Verweis auf 7 Studien, u.a. am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) soll die Gesamt-Sensitivität bei 96,2% und die Gesamt-Spezifität bei 98,2% liegen [17]. Trotzdem steht dieser innovative Bluttest in der Kritik, weil es zu wenige unabhängige Studien gibt, die diese Werte bestätigen.
Die Blutabnahme erfolgt über ein flächendeckendes Ärztenetzwerk. Eine einfache Blutprobe soll ausreichen, um Hinweise auf fast alle soliden Tumore zu erkennen. Das Testergebnis wird per E-Mail innerhalb von 2 bis 3 Wochen nach der Blutabnahme mitgeteilt. Ein Spezialisten-Team der HanseMerkur schaltet sich ein, wenn das Ergebnis positiv ausfällt. Das Team vermittelt dann einen zeitnahen Termin für eine Ganzkörperuntersuchung und begleitet die nächsten Schritte.
Behandlungsmöglichkeiten und Therapie
Die Behandlung von Krebs richtet sich nach Krebsart, Stadium, Organbeteiligung und dem Allgemeinzustand des Patienten. Therapeutische Verfahren umfassen Operation und Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapien und Kombinationsbehandlungen. Ziel ist es, Tumore zu entfernen oder ihr Wachstum und Teilung zu stoppen. Die Onkologie forscht ständig an neuen Behandlungsmethoden, um den Behandlungserfolg zu erhöhen und Nebenwirkungen zu reduzieren.
Hilfe für Betroffene und Angehörige
Bei Verdacht auf Krebs ist der erste Schritt die Hausärztin oder der Hausarzt. Fachärztliche Untersuchungen, bildgebende Verfahren und gegebenenfalls Gewebeproben führen zur Krebsdiagnose und klären Therapieoptionen. Die passende Behandlung hängt von Krebsart, Stadium, Allgemeinzustand und persönlichen Wünschen ab.
Unterstützungsangebote rund um Krebs wie Psychoonkologie, Selbsthilfegruppen und spezialisierte Beratungsstellen können zusätzlich helfen.
Zusammenfassung
Krebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheiten. Schwerwiegende Mutationen in der Erbsubstanz führen zu unkontrolliert wachsenden Zellen, die gesundes Gewebe verdrängen und zerstören. Jedes Jahr gibt es ca. 500.000 Krebsneuerkrankungen in Deutschland. Durch Prävention lassen sich bis zu 40% der Neuerkrankungen vermeiden.
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko an Krebs zu erkranken. Durch einen gesunden Lebensstil und einer ausgewogenen Ernährung, die reich an wichtigen Vitalstoffen ist, lässt sich das individuelle Risiko senken. Trotzdem bleibt ein Restrisiko. Und daher gilt: je früher Krebs entdeckt wird, umso höher die Heilungschancen. Es werden verschiedene Untersuchungen im Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorge angeboten. Das Krebs-Screening deckt jedoch nur 6 von über 200 Krebsarten ab. Die Untersuchungen können je Krebsart ab einem bestimmten Alter und in festgelegten Intervallen wahrgenommen werden. Menschen, die einem erhöhtem Risiko ausgesetzt sind, können ergänzend private Zusatzangebote nutzen.
Hinweis: Dieser Text informiert allgemein und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen zum Thema Krebs wenden Sie sich bitte an medizinische Fachkräfte.